Beratung

Gendergerechte Gestaltung von Berufungsverfahren

Berufungsverfahren an Universitäten und Hochschulen dienen dem Zweck, aus einer Reihe von Bewerbern und Bewerberinnen die für eine bestimmte Professur am besten geeignete Person auszuwählen. Das Vorgehen weist dabei gewisse ähnlichkeiten mit empirischen Forschungsprozessen auf, geht es doch jeweils darum, durch eine geeignete „Versuchsanordnung” sowie sorgfältige Beobachtung und Analyse valide Daten zu erheben, die anschließend mit Blick auf die erkenntnisleitende Fragestellung interpretiert werden müssen. Um systematische Beurteilungsfehler zu vermeiden, sollte nicht unbedingt davon ausgegangen werden, dass vorab formulierte Hypothesen auch tatsächlich zutreffen.

Dennoch kann es im Verlauf von Berufungsverfahren wie auch bei Forschungsprojekten mitunter zu teils gravierenden Fehleinschätzungen kommen.

Hier setzt unser Beratungsangebot an. Auf Grundlage der jeweiligen Fachkultur reflektieren wir mit Ihnen systematisch das Vorgehen in Berufungsverfahren, um mögliche strukturelle oder prozessurale „Fallstricke“ zu identifizieren, die sich nachteilig auf die Bewertung von Wissenschaftler/innen und damit die Objektivität der Verfahren auswirken können.

Dabei ist es nicht das Ziel der Beratung, Fachbereiche oder Fakultäten kurzerhand zu belehren und ein vermeintlich korrektes Vorgehen normativ vorzugeben. Berufungsverfahren können aufgrund der hohen Anzahl an Beteiligten mit naturgemäß unterschiedlichen Perspektiven komplexe Dynamiken entwickeln – und dem ist Rechnung zu tragen. Entscheidend für eine Verbesserung der Verfahrensqualität ist daher zunächst eine konsensuale Verständigung über die wesentlichen Qualifikationskriterien für eine Professur in einem spezifischen disziplinären oder interdisziplinären Kontext. Beleuchtet werden also fachliche Befähigung, Leistung und persönliche Eignung, und deren Beobachtbarkeit im Verfahrensablauf: Woran lässt sich einigermaßen sicher erkennen, dass ein bestimmtes Kriterium gegeben ist?

Wir erarbeiten mit Ihnen passgenaue Optimierungs- und Steuerungsansätze, um die erkannten Verfahrensschwächen künftig zu vermeiden. Auf Wunsch können hierzu Beispiele von bewährter Praxis verschiedener Hochschulen und Universitäten eingebracht werden.